Digitransit und OpenBike - warum offenen Daten und freie Software wichtig sind
Im Rahmen von SHAREPLACE testet die Stadt Ulm die in Finnland entwickelte Freie/Libre Open-Source-Software (F/LOSS) Digitransit.
Digitransit ermöglicht eine intermodale Verkehrsauskunft, in die neben Bus und Bahn auch neue Mobilitätsangebote wie z.B. Bikesharing aber auch Informationen wie ÖPNV-Haltestellen, Parkhausbelegung oder Baustellen integriert werden können. Die Auskunft über verschiedene Angebote und Informationen wird also für Nutzer*innen vereint und übersichtlich dargestellt.
Voraussetzung hierfür ist die Bereitstellung der benötigten Informationen als offene Daten, weshalb im Projekt stark daran gearbeitet wird, Informationsquellen wie Fahrpläne, Parkhausbelegung u.v.m. als offene Daten im ersten Schritt zu erschließen.
Im Projekt Openbike wird derzeit Software für eine Bikesharing Lösung entwickelt und mit städtischen Beschäftigten getestet. Mit Openbike soll beispielhaft gezeigt werden, wie andere Mobilitätslösungen in Digitransit integriert werden können. Hier entwickelt die Stadt Ulm Freie/Open-Source-Software (F/LOSS) für ein (Fahrzeug-)Verleihsystem am Beispiel eines Bikesharingsystems. Dabei steht die Software allen Interessenten (z.B. anderen Kommunen, Betrieben,…) frei zur Verfügung. Mit Hilfe der Mitarbeitenden der Stadt und eines Testfahrradpools wird das Verleihsystem getestet und so schrittweise in einen Produktivzustand gebracht und danach weiter verbessert - nach dem Motto "Von der Stadt, für die Stadt." Das Projekt wird durch das Verkehrsministerium im Rahmen der Förderlinie Mobilitätsdatenarchitektur für innovative Anwendungen (MobiArchBW) gefördert.
- vor allem über Intranet und Rundmails mit Informationen, da in Pilotphase die Mitarbeitenden der Stadt die Zielgruppe für den Testfahrradpool waren
- Es gibt auch eine Webpage, auf der man die verfügbaren Fahrräder sieht: https://openbike.ulm.dev/
- Auch digitransit ist schon während des work-in-progress Prozesses testbar unter: https://digitransit.ulm.dev/, alle neuen Entwicklungen können, sobald sie entwickelt sind, direkt getestet werden.
- Außerdem wurde für technisch wie nicht-technisch Interssierte eine 2-tägige Konferenz abgehalten, in der die Projekte von A-Z gezeigt und erklärt wurden.
- Schrittweises, pilothaftes Vorgehen um die Technologie und Software weiterzuentwickeln.
- Beispielhaft den Mehrwert offener Daten zeigen und die etwas andere Zusammenarbeit mit einer ehrenamtlichen Entwickelnden-community ganz ohne Kooperationsverträge.
Mai 2019 bis Dezember 2020
- An der digitransit entwickeln weltweit viele unterschiedliche Städte und Länder wie bspw. Finnland, Turin, Osijek, ...
- An OpenBike sind neben der Stadt Ulm die Entsorgungsbetriebe der Stadt Ulm sowie der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Kreisverband Ulm/Alb-Donau beteiligt.
Projektmitarbeitende, die mit der Entwicklung von Open-Source-Software vertraut sind. Unterstützung durch entsprechende Stellen innerhalb der Verwaltung, sodass das Projekt auch entsprechend beworben werden kann. Führungsspitze, die offene Daten fordert. Mut und Offenheit für "untypisches" Verwaltungsarbeiten.
- Weiterbetrieb nach Ende des Förderzeitraumes ist schwierig.
- Suche nach Software-Entwickler*innen, die erstens in der Verwaltung arbeiten wollen und zweitens auch können.
- Städtische IT-Infrastruktur ist meist (noch) nicht auf Softwareentwicklungs-Projekte ausgelegt.
- Begeisterung, dass inhouse entwickelt wurde
- Begeisterung, dass intermodale Auskunft über digitransit funktioniert
- Open-source finden meist alle toll, aber oft Unverständnis, dass Open-Source NICHT kostenlos bedeutet
- Bestimmter offene Daten und entsprechende Lizenzierung verlangen
- Im Vorhinein mehr auf (nicht)-existierenden Datengrundlagen und grundlegende IT-Infrastruktur achten.
Besondere Merkmale
- besonders inklusiv: Durch den Open-Source-Ansatz steht die Software allen Interessierten frei zur Verfügung. So können andere Kommunen ohne eigenen Entwicklungsaufwand die Lösung übernehmen - ob dies OpenBike oder digitransit. Unterstützt wurden beide Vorhaben durch eine umfangreiche technische Dokumentation, die ebenfalls frei verfügbar ist
- besonders innovativ: Nutzung von offenen Schnittstellen und offenen Daten Fokus auf Sicherung der Nachnutzbarkeit von Daten durch entsprechende Lizenzierung Innovative und zeitgemässe Standards zur Datenbereitstellung nutzen